Samstag, 15. März 2014
Hoeneß: Machtmensch. Vorbild. Steuerhinterzieher.
politblog, 23:44h
Uli Hoeneß, was fiel einem dazu immer zuerst ein: Er hat den FC Bayern München zu dem gemacht was er ist, unzählige Titel, spektakuläre Transfers, den FC Bayern zu einem globalen Unternehmen umgewandelt. Hoeneß, geboren am 05. Januar 1952 in Ulm, fing das Fußball spielen mit seinem jüngeren Bruder Dieter beim VfB Ulm an. Er stammt aus einem katholischen Haushalt, wohlbehütet aufgewachsen, der Vater Metzger. Von 1970 bis 1979 spielte er selber Fußball auf Profiebene. Im Jahre 1970 von Udo Lattek zu den Bayern geholt. Nach einem kurzen Ausleih-Intermezzo seitens der Bayern zum 1. FC Nürnberg, beendete er mit 27 Jahren seine Profikarriere, aufgrund eines irreparablen Knorpelschadens. Nunmehr seit dem 01. Mai 1979 war Hoeneß im Management des FC Bayern tätig, seit also fast 35 Jahren! Dafür muss man Respekt zollen, dass ist seine Lebensleistung. Er hat dem FC Bayern zu annähernd zwanzig Meistertiteln verholfen, holte mehrmals den DFB-Pokal, zweimal die Champions League, einmal den Weltpokal, Supercups und Ligapokale. Eine atemberaubende Erfolgsgeschichte. Zudem zeigte er oft sein soziales Engagement, half dem finanziell schwer angeschlagenem FC St. Pauli mit einem Benefizspiel, baute einen unglaublichen Sponsorenring um den FC Bayern auf und trug so maßgeblich dazu bei, dass der Club heutzutage der reichste der Welt ist. Dazu die Allianz Arena fast komplett abbezahlt durch die riesigen Fernsehgeld- und Sponsoringeinnahmen. Wahnsinn! Das ist die gute Seite des Ulrich Hoeneß. Davor muss man sich verneigen, den Hut ziehen und Ihm seine Verdienste für den deutschen Fußball hoch anrechnen.
Doch leider gibt es auch das dunkle Kapitel des Machtmenschen Hoeneß. Jahrelang hinterzog er Steuern, betrieb bei der Vontobel Bank in der Schweiz ein Konto für seine illegalen Zockereien an der Börse, unter anderem mit Devisen und Rohstoffen. Alfred Draxler, Chefredakteur der Sport Bild, beschrieb am Donnerstag bei der Talkshow „Markus Lanz“ seinen Eindruck von der ganzen Situation: „An einigen Tagen verzockte Hoeneß 18 Millionen Euro.“, so Draxler bei Lanz. Was für unvorstellbare Summen. Insgesamt soll Hoeneß 28,5 Millionen hinterzogen haben. Astronomische Summen für einen normalen Arbeitnehmer in Deutschland. Der Manager des FC Bayern besaß einen „Pager“, ein Gerät auf dem sich minütlich verschiedenste Transaktionen durchführen und überprüfen lassen. Hoeneß sagte selbst in einem „Zeit“-Interview vom 02. Mai 2013: „In den Jahren 2002 bis 2006 habe ich richtig gezockt, ich habe teilweise Tag und Nacht gehandelt, das waren Summen, die für mich heute auch schwer zu begreifen sind, diese Beträge waren schon teilweise extrem. Das war der Kick, das pure Adrenalin.“
Ist das noch normal, oder waren das schon Anzeichen von Spielsucht?
Fakt ist nun, dass diese Person ein verurteilter Steuerstraftäter ist. Dreieinhalb Jahre Haft ohne Bewährung, wie ich finde eine angemessene Strafe. Hoeneß hat die Allgemeinheit um Millionen betrogen, er hat das Deutsche Volk und die Öffentlichkeit beschissen. Die Richter haben nach Recht und Gesetz geurteilt und sogar noch Milde walten lassen, es hätten auch gut und gerne fünf Jahre sein können. Man hat Hoeneß zum Teil seine Geständigkeit und sein Lebenswerk angerechnet, die Selbstanzeige aber richtigerweise für unwirksam erklärt. Ursprünglich als moralische Instanz im Scheinwerferlicht, nun als Krimineller im Abseits. Ein tiefer Fall. Dieser ist aber unvermeidbar. Hoeneß hat sich das alles selbst zuzuschreiben, er muss für seinen Fehler „bezahlen“. Und wenn Merkel und Seehofer sich jetzt öffentlich hinstellen und Ihren Respekt bekunden, dafür dass Hoeneß das Urteil annimmt, da fehlen einem die Worte. Martin Heidemanns schreibt dazu heute treffend in der „Bild“: „Die Kanzlerin zollt einem Kriminellen „hohen Respekt“, weil er das Urteil eines deutschen Gerichts angenommen hat? Nötigt es der Bundeskanzlerin demnächst auch „hohen Respekt“ ab, wenn ein Räuber oder ein U-Bahn-Schläger in den Knast einwandert?“ Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.
Abschließend lässt sich feststellen, dass Hoeneß massiv an Ansehen durch seine exzessiven Spekulationsgeschäfte und Steuerhinterziehungen verloren hat. Wie jeder andere Ottonormalbürger muss er nun seine Strafe absitzen, um dann ein neues Leben zu beginnen. Seine Ämter hat er nun endlich niedergelegt. Dies hätte aber längst der Aufsichtsrat der Bayern machen müssen, wo unter anderem Audi, Allianz, Adidas und die Deutsche Telekom vertreten sind. Hätte man sich auch nur annähernd an die „Compliance-Regeln“ dieser Unternehmen gehalten, wäre Hoeneß schon vor Monaten von seinen Ämtern entbunden wurden. Unglücklicherweise wurde hier mit zweierlei Maß gemessen. Man fragt sich, wie es einem Mitarbeiter der Allianz oder von Audi ergangen wäre, bei derartigem Fehlverhalten und derartigen kriminellen Handlungen? Dringend sind Reformen bei der Steuerpolitik gefragt, Schäuble muss hier liefern und zwar so, dass nicht der ehrliche Steuerzahler der Dumme ist, sondern der kriminelle Steuerhinterzieher, Stichwort Selbstanzeige und das (zum Glück gescheiterte) Schweizer Steuerabkommen.
Doch leider gibt es auch das dunkle Kapitel des Machtmenschen Hoeneß. Jahrelang hinterzog er Steuern, betrieb bei der Vontobel Bank in der Schweiz ein Konto für seine illegalen Zockereien an der Börse, unter anderem mit Devisen und Rohstoffen. Alfred Draxler, Chefredakteur der Sport Bild, beschrieb am Donnerstag bei der Talkshow „Markus Lanz“ seinen Eindruck von der ganzen Situation: „An einigen Tagen verzockte Hoeneß 18 Millionen Euro.“, so Draxler bei Lanz. Was für unvorstellbare Summen. Insgesamt soll Hoeneß 28,5 Millionen hinterzogen haben. Astronomische Summen für einen normalen Arbeitnehmer in Deutschland. Der Manager des FC Bayern besaß einen „Pager“, ein Gerät auf dem sich minütlich verschiedenste Transaktionen durchführen und überprüfen lassen. Hoeneß sagte selbst in einem „Zeit“-Interview vom 02. Mai 2013: „In den Jahren 2002 bis 2006 habe ich richtig gezockt, ich habe teilweise Tag und Nacht gehandelt, das waren Summen, die für mich heute auch schwer zu begreifen sind, diese Beträge waren schon teilweise extrem. Das war der Kick, das pure Adrenalin.“
Ist das noch normal, oder waren das schon Anzeichen von Spielsucht?
Fakt ist nun, dass diese Person ein verurteilter Steuerstraftäter ist. Dreieinhalb Jahre Haft ohne Bewährung, wie ich finde eine angemessene Strafe. Hoeneß hat die Allgemeinheit um Millionen betrogen, er hat das Deutsche Volk und die Öffentlichkeit beschissen. Die Richter haben nach Recht und Gesetz geurteilt und sogar noch Milde walten lassen, es hätten auch gut und gerne fünf Jahre sein können. Man hat Hoeneß zum Teil seine Geständigkeit und sein Lebenswerk angerechnet, die Selbstanzeige aber richtigerweise für unwirksam erklärt. Ursprünglich als moralische Instanz im Scheinwerferlicht, nun als Krimineller im Abseits. Ein tiefer Fall. Dieser ist aber unvermeidbar. Hoeneß hat sich das alles selbst zuzuschreiben, er muss für seinen Fehler „bezahlen“. Und wenn Merkel und Seehofer sich jetzt öffentlich hinstellen und Ihren Respekt bekunden, dafür dass Hoeneß das Urteil annimmt, da fehlen einem die Worte. Martin Heidemanns schreibt dazu heute treffend in der „Bild“: „Die Kanzlerin zollt einem Kriminellen „hohen Respekt“, weil er das Urteil eines deutschen Gerichts angenommen hat? Nötigt es der Bundeskanzlerin demnächst auch „hohen Respekt“ ab, wenn ein Räuber oder ein U-Bahn-Schläger in den Knast einwandert?“ Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.
Abschließend lässt sich feststellen, dass Hoeneß massiv an Ansehen durch seine exzessiven Spekulationsgeschäfte und Steuerhinterziehungen verloren hat. Wie jeder andere Ottonormalbürger muss er nun seine Strafe absitzen, um dann ein neues Leben zu beginnen. Seine Ämter hat er nun endlich niedergelegt. Dies hätte aber längst der Aufsichtsrat der Bayern machen müssen, wo unter anderem Audi, Allianz, Adidas und die Deutsche Telekom vertreten sind. Hätte man sich auch nur annähernd an die „Compliance-Regeln“ dieser Unternehmen gehalten, wäre Hoeneß schon vor Monaten von seinen Ämtern entbunden wurden. Unglücklicherweise wurde hier mit zweierlei Maß gemessen. Man fragt sich, wie es einem Mitarbeiter der Allianz oder von Audi ergangen wäre, bei derartigem Fehlverhalten und derartigen kriminellen Handlungen? Dringend sind Reformen bei der Steuerpolitik gefragt, Schäuble muss hier liefern und zwar so, dass nicht der ehrliche Steuerzahler der Dumme ist, sondern der kriminelle Steuerhinterzieher, Stichwort Selbstanzeige und das (zum Glück gescheiterte) Schweizer Steuerabkommen.
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